Die Reihe BLOW THE MAUSOLEUM ist mittlerweile zu einem international wahrgenommenen Markenzeichen sowohl des Tierparks Dessau als auch der NMIF geworden.
Der akustisch äußerst beeindruckende, ansonsten kaum genutzte Raum des Mausoleums im Zentrum des gezielt ökologisch ausgerichteten und betriebenen Tier- und Lehrparks inmitten des UNESCO-Welterbes Landschaftspark Georgium Dessau wird durch die Veranstaltungen der NMIF kulturell erschlossen und gleichzeitig das zeitgenössische und experimentelle Musikschaffen ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt.
Nicht nur des Wortspiels wegen wird das BLOW in dieser Saison um BOW und GLOW erweitert.
Unter dem Titel THE VIOLA IN WALTER’S LIFE oder BOW THE MAUSOLEUM nimmt sich die Bratschistin Julia Rebekka Adler des umfangreichen Werkes für Viola solo von Walter Zimmermann an, das mit jedem einzelnen Stück eine ganz eigene Klang- und Zeiterfahrung kreiert, die in der mächtigen Akustik des Mausoleums besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen werden.
BOW THE MAUSOLEUM
The Viola in Walter’s Life
JULIA REBEKKA ADLER
spielt WALTER ZIMMERMANN
Samstag 29. August um 20:00 Uhr
Mausoleum im Tierpark Dessau, Querallee 8, 06846 Dessau-Roßlau
Eintritt 25 € / 15 € (Jugendliche unter 18, Mitglieder der Freunde de NMIF e.V.)
Vorverkauf über info@oaksmus.de.
An der Abendkasse ist nur Barzahlung möglich!
Einlass ab 19:30 Uhr
Programm:
Die Sorge geht über den Fluss I (1993)
Die Sorge geht über den Fluss II (2000/2022)
Taula (2003)
Quattro Coronati (1999)
שָׁמַיִם
Sha ma yim (2016)
Julia Rebekka Adler, Viola solo
Einführung und Moderation: Walter Zimmermann

Walter Zimmermann, geboren 1949 in Schwabach, Mittelfranken, ist einer der einflussreichsten deutschen Komponisten und Hochschullehrer der Gegenwart. Sein Werk umfasst Bühnen-, Orchester-, Kammer-, Chor-, Vokal-, Klavier- und elektroakustische Musik.
Zimmermann lernte schon früh Klavier, Violine und Oboe und begann im Alter von zwölf Jahren zu komponieren. Er besuchte das Fürther Gymnasium, wo er bei Ernst Gröschel Klavierunterricht nahm. Von 1968 bis 1970 war er Pianist im Ensemble Ars Nova in Nürnberg und studierte Komposition bei Werner Heider. Von 1970 bis 1973 studierte er bei Mauricio Kagel (Kölner Kurse für Neue Musik) sowie am Institut für Sonologie in Utrecht (bei O.E. Laske) und am Jaap-Kunst-Zentrum für Ethnologie in Amsterdam.
1974 begann Zimmermann seinen Aufenthalt in den USA, zunächst in Hamilton, New York, um Computermusik zu studieren, und anschließend reiste er durch die Vereinigten Staaten, um Gespräche mit 23 amerikanischen Komponisten zu führen (die im Buch „Desert Plants“ veröffentlicht wurden). 1976 nahm er Volksmusik in der Siva-Oase, in einem Ghetto in Pittsburgh, in einem Indianerreservat in Montana und im Hinterland von Fürth auf. 1977 eröffnete er seine „Beginner Studios“ in Köln und gab dort bis 1984 regelmäßig Konzerte mit neuer Musik. 1992 organisierte er gemeinsam mit Stefan Schädler das „Anarchic Harmony Festival“ in Frankfurt zu Ehren von John Cage anlässlich dessen 80. Geburtstags.
Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Förderpreis der Stadt Köln (1980), den ersten Preis beim Ensemblia-Wettbewerb in Mönchengladbach (1981), ein Stipendium für einen Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom (1987), den renommierten Prix Italia für sein Werk „Die Blinden“ (1988) sowie den Schneider-Schott-Preis (1989).
Er unterrichtete Komposition am Konservatorium in Lüttich (1980–84) und in Karlsruhe (1990–92) und ist seit 1993 Professor für Komposition an der Universität der Künste in Berlin; außerdem hielt er Vorträge in Darmstadt (1982, 1984) und am Königlichen Konservatorium in Den Haag (1988). Er ist Autor der Bücher „Desert Plants“ (1976), „Insel Musik“ (1981) und „Morton Feldman Essays“ (1985).
Walter Zimmermann ist mit der bildenden Künstlerin Nanne Meyer verheiratet.
https://beginner-press.de/

Julia Rebekka Adler begann im Alter von 6 Jahren mit dem Bratschenspiel bei Ute-Christine Elfert (Freiburg) und gewann mehrfach den 1. Bundespreis bei „Jugend musiziert“. Von 1994-2000 studierte sie bei Kim Kashkashian und Johannes Lüthy in Freiburg und setzte ihre Studien bei Hartmut Rohde an der UdK Berlin fort (2001-2007), wo sie das Konzertexamen mit summa cum laude abschloss. Weitere Impulse erhielt sie bei Juri Baschmet in Siena (2003-04). 2002 gewann sie den Felix Mendelssohn-Bartholdy Wettbewerb für Viola sowie den Ulrich Koch Preis (Marschner Wettbewerb), beide Förderpreise beim Gerhard Taschner Wettbewerb 2001 und als Mitglied des Kuss Quartetts den 2. Preis beim internationalen Streichquartett-Wettbewerb in Banff (Kanada). Zweimal wurde Julia Rebekka Adler beim Deutschen Musikwettbewerb in die „Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler“ aufgenommen, beim ARD Musikwettbewerb 2004 war sie Halbfinalistin. Sie ist Gründungsmitglied des „Berliner Solistenoktetts“ und war stellvertretende Solobratscherin der Münchner Philharmoniker, bis sie 2016 einen Ruf als Professorin für Viola an der UdK Berlin annahm. Sie spielt auch die Viola d’amore und hat bei Reinhard Goebel historische Aufführungspraxis studiert.
https://julia-rebekka-brembeck-adler.de/