Im Programm „100 Jahre Hörspiel – ‚Zauberei auf dem Sender'“ auf dem Frankfurter radiox.de/live ist heute Abend Christine Nagel live zur Geschichte des Radios, im besonderen Hans Flesch‘, zu hören.
20 Uhr Einführung | 20.30 Uhr ‚Zauberei auf dem Sender – Versuch einer Rundfunkgroteske‘ von Hans Flesch
Mitwirkende: Ingrid El Sigai, Armin Flesch, Stanislav Rosenberg, Philipp Hunscha u.a.
Am 24. Oktober 1924, 20.30 Uhr, also ein halbes Jahr nach Beginn des Rundfunkregelbetriebs in Frankfurt (01. April 1924) wurde von der seinerzeitigen Anstalt, der Südwestdeutschen Rundfunkdienst AG, ‚Zauberei auf dem Sender – Versuch einer Rundfunkgroteske von Hans Flesch‘ gesendet. Radiopionier Flesch wollte damit ausloten, inwieweit die Kunstform Theater auf das neue Medium übertragbar wäre und auch, welche Einschränkungen einerseits, aber auch neue Möglichkeiten andererseits, sich dadurch bieten würden. So entstand das erste Hörspiel der Rundfunkgeschichte im deutschsprachigen Raum.
Mithilfe des seinerzeit in der Zeitschrift ‚Funk‘ veröffentlichten Texts wagt Tobias Rüger im Rahmen der Reihe ‚Radio-Runde Neues Frankfurt‘ genau hundert Jahre später einen Rekonstruktionsversuch dieses historischen Ereignisses. Getreu des historischen Produktionsverfahrens wird live, mit nur einem Mikrofon in der Mitte des Geschehens, gesendet.
Das Hörstück erzielt seinen stilistischen Effekt durch ‚Montagetechniken‘, die später, ab der 50er Jahren, mit Tonbandgeräten ausgeführt werden konnten, zum Zeitpunkt der Ausstrahlung aber durch Regiearbeit umgesetzt werden mussten. Ankerfiguren sind der Intendant und der Zauberer, die in Kontrast zueinander mit formalistischen und anarchischen Positionen auftreten.
Vor der Aufführung ordnen die Hörspielautorin- und regisseurin Christine Nagel sowie der Historiker und Sprecher Armin Flesch im Gespräch mit Tobias Rüger die Bedeutung von Hans Flesch und seinem Schaffen für die Entstehung des Rundfunks sowie die Regionalgeschichte Frankfurts ein.
http://www.radiox.de/live